30/01/2020

Kurzfristanalyse aus dem aktuellen Gebert-Brief von Montag, 27.1.

Ich hatte in den letzten beiden Briefen vermutet, dass der DAX in der heute ablaufenden vergangenen Woche (also von letzten Montag 17:30 Uhr bis heute 17:30 Uhr) nachgeben würde. Ich rechne die Woche immer von Montag 17:30 Uhr bis Montag 17:30 Uhr. Das mache ich seit 30 Jahren, seit der Entwicklung des Börsenindikators. Der wird immer montags berechnet und zum Schlusskurs Montag werden etwaige Transaktionen durchgeführt. Meine Gründe für die Vermutung des Rückschlags waren erstens der zeitliche Abstand vom letzten Tiefpunkt am 6. Januar und zweitens der übergroße Optimismus, kenntlich an den Fenstern nach oben am 9. Januar und am 17. Januar.


Verluste seit letzten Montag

Der DAX hat nun von der letzten Woche Montag Schlusskurs bis heute, zumindest bis zur Eröffnung, nachgegeben. Man könnte heute einen Tiefstkurs diagnostizieren, denn: Der letzte Tiefpunkt (im Chart mit der 1 markiert) liegt 15 Tage zurück. Das spricht für einen erneuten Tiefpunkt. Ferner deutet die wesentlich tiefere Eröffnung heute (also das Fenster nach unten, das in dem Chart noch nicht ganz ersichtlich ist, weil der Eröffnungskurs von heute noch nicht eingezeichnet ist und das mit einer 3 gekennzeichnet ist) auf eine nahende Wende hin. Das Fenster nach unten erfüllt das Kriterium des emotionalen Ereignisses in die eingeschlagene Richtung. Nun habe ich in meinem neuen Buch geschrieben, dass es nach diesen Anzeichen durchaus noch zwei oder drei Tage dauern kann, bis der Richtungswechsel vollzogen wird. Solch ein massives emotionales Ereignis, wie wir heute eines wegen der Infektionen erleben, klingt nicht innerhalb eines Tages ab.

DAX-Chart, Teletrader
DAX-Chart, Teletrader

Tiefpunkt möglicherweise am Freitag

Deshalb nehme ich an, dass der DAX seinen Tiefpunkt, der nicht unbedingt wesentlich tiefer liegen muss als heute Schlusskurs, am Freitag erreichen wird. Hilfreich wäre es, wenn der DAX am Freitag mit einem Fenster nach unten eröffnen würde. Dann würde ich klar sagen: Ja, ab Montag sollten die Kurse steigen. In der nächsten Woche, ab nächsten Montag 17:30 Uhr sollte der DAX dann deutlich nach oben drehen. Für die nächste und übernächste Woche bin ich mittlerweile sehr optimistisch geworden, da der DAX am Freitag ein Prozent gewinnen konnte (2), während der Dow einen Prozent verlor - nicht am Schlusskurs gemessen, sondern während der Sitzung, also gleichzeitig. Daraus schließe ich, dass der DAX gegen den Dow an Attraktivität gewonnen hat. Der Grund sind die positiven Wirtschaftsdaten aus Deutschland vom Freitag. Der Einkaufsmanagerindex in Deutschland – eine Maßzahl für die Wirtschaftsaktivität – hat nach oben gedreht und signalisiert eine Wirtschaftserholung in Deutschland.

Der Frühjahrsaufschwung steht vor der Tür

Das ist genau das Signal auf das ich warte, und das ich schon vor Wochen angekündigt habe, dass aufgrund der gesunkenen Zinsen in den USA ein weltweiter Wirtschaftsaufschwung in diesem Frühjahr stattfinden wird. Wenn er kommt – und die neuen Daten aus Deutschland signalisieren, dass er vor der Tür steht – sollten sich besonders die deutschen Aktien und allen voran die Industrie- Werte überdurchschnittlich entwickeln können. Deshalb werden wir in der nächsten Woche unser Aktiendepot wieder aufstocken. Trotz der hohen Bewertung der deutschen Aktien, auf die ich in diesem Brief nochmals hingewiesen habe, sollten die Kurse steigen können, wenn sich die Lage verbessert. Einen steilen Anstieg (noch nicht unbedingt einen langen) ab nächster oder übernächster Woche halte ich für die deutschen Aktien für möglich.


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