20/02/2020

Kursrückschlag möglich (Kurzfristprognose aus dem Gebert-Brief vom 17.2.20)

Die Kurzfristanalyse

In den letzten Wochen, seit wir die Rubrik Kurzfristanalyse eingeführt haben, hat diese Analyse die Bewegungen des DAX praktisch auf den Tag genau vorhergesagt. Die Einschätzungen waren nicht geraten und sind auch kein Hexenwerk. Ich habe jedes Mal genau geschildert, wie ich zu meinen Vermutungen gekommen bin. Heute möchte ich Ihre Aufmerksamkeit auf eine Struktur lenken, die auf den ersten Blick gar nicht auffällt. Sehen wir uns dazu den Verlauf des DAX seit November des letzten Jahres in der Candletick-Chartdarstellung an. Beginnen wir an dem Tag, den ich mit (a) gekennzeichnet habe. Nach diesem Tag ging es steil 400 Punkte nach oben. Zu Beginn dieser Bewegung trat ein Fenster - eine senkrechte Lücke im Kursverlauf - auf und erneut eins vor dem fünften und letzten Tag dieser kurzen Aufwärtsbewegung. Nach diesen fünf Tagen stiegen die Kurse längere Zeit nicht mehr. 15 Tage nach dem letzten Tiefpunkt (a) erreichte der DAX einen neuen Tiefpunkt, den ich mit dem Buchstaben (b) markiert habe. Nach diesem Tief kletterte der DAX in vier Tagen, allerdings nur 200 Punkte.  


Wiederkehrende Strukturen
Wiederkehrende Strukturen

Ein Fenster bei Beginn der Bewegung und ein Fenster kurz vor Ende der Bewegung

Ein Fenster trat jeweils wieder kurz nach dem Start und unmittelbar vor dem Gipfel auf. Die Lunten und die Dochte, also die schwarzen Linien, die in die Lücken hineinragen, spielen bei dieser Betrachtungsweise keine Rolle. Auch nach diesem kurzen steilen Anstieg legten die Kurse nicht weiter zu. 13 Tage später erkennen wir wieder einen Tiefpunkt (c). Von diesem Tiefpunkt aus gesehen ging es wieder vier Tage steil nach oben mit zwei Lücken im Kursverlauf und auch danach konnten die Aktienkurse nicht mehr steigen. Weitere 15 Tage später (d) sehen wir ein erneutes Minimum des DAX. Auch hier ging es vier Tage steil nach oben unter Bildung eines Fensters zu Beginn und eines Fensters zum Ende dieser Bewegung. Sie können sich an diese Aufwärtsbewegung erinnern, ich hatte sie in der Kurzfristanalyse vom 13. Januar bereits beschrieben. Auch nach diesem viertägigen Anstieg der Aktienkurse konnte der DAX nicht mehr deutlich zulegen. Zunächst ging es leicht runter, dann noch ein paar Tage nach oben. Bei dieser Bewegung konnten die alten Höchststände des DAX nochmals leicht übertroffen werden. Bis zum nächsten Tiefpunkt (e) dauert es diesmal 19 Tage. Die Panik um den Ausbruch des Coronavirus hat diesen Tiefpunkt etwas verzögert. Diese Zeitdifferenz von 13 bis 18 oder 19, in der Regel 15, Tagen ist nicht zu starr zu sehen. Sie kann variieren und es handelt sich auch nicht um einen durchlaufenden Takt, wie bei der 16-Wochen-Strategie. Die Zeitspanne von 15 Tagen gibt nur etwa die Zeitskala an, auf der sich Stimmungsänderungen entwickeln. Bevorzugt, nicht zwingend, treten diese Stimmungsveränderungen in diesem Zeittakt auf. 

Nach vier fröhlichen Tagen ist Schluss.

 Die plötzlichen Anfälle von Euphorie, die dem DAX zu den großen Schüben nach oben verhelfen, dauern fast immer nur vier Tage. Nach vier Tagen klingt die gute Stimmung ab. In seltenen Fällen, wie jetzt zuletzt, folgt im Anschluss an die viertägige Euphorie nach zwei oder drei schwächeren Tagen ein erneuter viertägiger Anflug von guter Laune, allerdings nicht mehr so ausgeprägt. Schauen wir uns dazu die jüngste Aufwärtsbewegung des DAX nach der großen roten Kerze (e) an. Es ging vier Tage nach oben mit einem Fenster zu Beginn der Bewegung und einem Fenster zum Ende hin. Blicken wir nun noch einmal zurück zu der vorherigen Struktur. Nach dem viertägigen Anstieg nach der Kerze (d) ging es drei Tage leicht bergab bis zum Punkt (f) und von dort aus noch einmal vier Tage nach oben. Diese Unterstruktur in der größeren 15-Wochen-Struktur führte noch einmal zu einem Kursanstieg von 150 Punkten. So bin ich zu der Annahme gelangt, dass auch in der aktuellen Struktur, nach dem viertägigen Anstieg von (e) aus gesehen nach zwei schwächeren Tagen noch einmal vier halbwegs freundliche Tage folgen könnten. Sie kamen und begannen wieder mit einem Fenster nach oben und die freundliche Eröffnung mit einem Fenster nach oben am Freitag sprach mir dann dafür, dass diese Bewegung kurz vor dem Ende stehen könnte. Ich gehe nun also davon aus, dass nun - vielleicht ab Dienstag oder Mittwoch - wie bei den vorherigen Strukturen ein paar schwächere Tage folgen werden. Deshalb werden wir heute den DAX-ETF wieder verkaufen, den wir nur für diese nun hinter uns liegende Aufwärtsbewegung gekauft hatten.

Für Neueinsteiger

Heute scheint mir kein günstiger Tag zu sein Aktien zu kaufen. Im Gegenteil ich rechne im Verlauf dieser Woche - die Woche läuft von Montag Schlusskurs 17:30 Uhr bis zum nächsten Montag Schlusskurs 17:30 Uhr - mit leicht schwächer tendierenden Notierungen.


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