07/02/2020

Kolumne: Volltreffer der Kurzfristanalyse

Ich hatte am 21. Januar in der Kurzfristanalyse im Gebert Brief geschrieben: „Deshalb nehme ich an, dass der DAX seinen Tiefpunkt, der nicht unbedingt wesentlich tiefer liegen muss als heute Schlusskurs, am Freitag erreichen wird. Hilfreich wäre es, wenn der DAX am Freitag mit einem Fenster nach unten eröffnen würde. Dann würde ich klar sagen: Ja, ab Montag sollten die Kurse steigen. In der nächsten Woche, ab nächsten Montag 17:30 Uhr, sollte der DAX dann deutlich nach oben drehen.“, nachzulesen auf der Seite Gebertbrief.de. Genau das hat der DAX gemacht, am Donnerstag mit einem Fenster nach unten (a) deutlich tiefer eröffnet und am Freitag (b) die Schwäche mit einer großen roten Kerze fortgesetzt. Das war das Zeichen, dass der DAX am Freitag den Tiefpunkt erreicht haben sollte. Auch an dieser Stelle hier, auf deraktionaer.de, habe ich die auf die möglicherweise unmittelbar bevorstehende Wende nach oben hingewiesen.


Der Kauf zum richtigen Zeitpunkt bereitet emotionale Schwierigkeiten

Ich habe dann an diesem Freitagnachmittag mit einem Hebelzertifikat auf steigenden DAX-Notierungen gesetzt. Das war emotional schwierig. Die Nachrichten vom Coronavirus klangen immer bedrohlicher. Selbst die New York Times und das Wall Street Journal berichteten, dass die chinesische Wirtschaft einbrechen und dies auch Spuren in den Bilanzen der amerikanischen Unternehmen hinterlassen werde. Zusätzlich erschien in den deutschen und amerikanischen Zeitungen zeitgleich die Vermutung, dass statt 10.000 mittlerweile 100.000 Menschen betroffen seien. Wie konnte man da nur sehenden Auges in die sich anbahnenden Katastrophe hinein kaufen? Doch das ist genau der Punkt, den in meinem neuen Buch ausführlich beschrieben habe und von dem der Börsenerfolg abhängt.


An der Börse wird nur die Risikoübernahme bezahlt

Wenn der Anleger wartet, bis der Krankheitsausbruch vorbei ist, die Wirtschaft wieder wächst und die Sonne scheint, brauche er nicht mehr kaufen. An der Börse werde ich als Anleger nur dafür bezahlt, dass ich jemand anderem das Risiko abnehmen, wie eine Versicherung, die dafür eine Prämie kassiert. Die Anleger, die in Sorge - absolut berechtigter Sorge - am Freitag verkauft haben, haben aus ihrer Sicht zunächst alles richtig gemacht. Sie wollten das Risiko in diese Coronavirus-Katastrophe hineingezogen zu werden vermeiden. Sie wollten Schaden von ihrem Depot abwenden. Dafür erlebten sie aber auch keinen Kursgewinn im Anschluss. Derjenige, der wie eine Versicherung dem ängstlichen Anleger das Risiko abgekauft hat und sehenden Auges in die Katastrophe am Wochenende gesteuert ist, wurde in der nächsten Woche mit 600 Punkten Kursplus belohnt. Das ist genau der Punkt der Anleger, wie mir viele Leser meines Buches geschrieben haben, in der Vergangenheit von Börsengewinnen abgehalten hat. Der Versuch dem Risiko aus dem Weg zu gehen mündet in nicht stattfindenden Gewinnen. Was viele Anleger davon abhält, die richtige Vorgehensweise anzuwenden, ist, dass sie auf das Geld angewiesen sind. Wenn die Existenz der Familie von dem Kapital abhängt, kann der Anleger nicht am Freitag in der sicheren Gewissheit kaufen, dass das Coronavirus eine gefährliche Pandemie auslösen wird. Vier Tage später notiert der DAX 600 Punkte höher, beinah fünf Prozent über Freitagsschluss.


Ein durchschnittlicher Jahresgewinn in vier Börsentagen

Fünf Prozent ist der durchschnittliche Jahresgewinn der deutschen Aktien inklusive der gezahlten Dividenden seit 1960. Diese eine Situation richtig zu beurteilen oder nicht, entschied über die Höhe eines durchschnittlichen Jahresgewinns. Die Geschichte der Börse der letzten zehn Jahre stellt sich als einzige Abfolge dieses Grundmusters dar. Während der Euro-Krise stand tatsächlich die Zukunft des Euro auf dem Spiel. Italien musste bereits siebeneinhalb Prozent Zinsen auf die Staatsschulden zahlen. Hätte Mario Draghi nicht die erlösenden Worte „Whatever it takes“ gefunden und angekündigt, dass die Europäische Zentralbank unbegrenzt italienische Staatsanleihen kaufen würde, gäbe es den Euro heute nicht mehr. Mit dieser Rettungsaktion hat der Anleger nicht rechnen können, da diese Vorgehensweise von der Gesetzeslage nicht gedeckt war. Der Kauf von Staatsanleihen durch die Notenbank war ausdrücklich ausgeschlossen. Wer sehenden Auges mit dem vollen Bewusstsein, dass das Euro-Aus unmittelbar vor der Tür steht, in diese Krise hinein gekauft hat, wurde belohnt. Die Risikoübernahme wurde von der Börse honoriert. Ebenso war es bei der Finanzkrise. Wir standen tatsächlich kurz vor der Kernschmelze und waren nahe daran, dass morgens die Banken nicht mehr aufmachten. Die bewusste Inkaufnahme dieses Risikos, dass unser Wirtschaftssystem zusammenbricht, zahlte sich aus. Es ist leider die falsche Vorstellung vieler Anleger man könne versuchen Risiken zu vermeiden und möglichst hohe Gewinne erzielen. Das schließt sich aber gegenseitig aus. Die meisten Anleger möchten verkaufen, wenn sich Gefahren abzeichnen und wieder kaufen, wenn die Luft rein ist. Leider entstehen so keine Börsengewinne. An der Börse werde ich nur für die Risikoübernahme bezahlt, für sonst nichts.


Damit sind bei der aktuellen Chartsituation

Nach der angekündigten Wende am Montag nach oben, folgte am Dienstag das versprochene Fenster nach oben(c), die Lücke im Kursverlauf. Ein erstes Fenster in eine neue Richtung verspricht eine weitere Entwicklung in diese Richtung. Heute, Donnerstag, tritt erneut ein großes Fenster auf (d), diesmal jedoch in die Richtung, in der der DAX schon einige Tage gelaufen ist. Dies ist ein Zeichen zur Vorsicht. Damit sollten wir bei einer Pause im Aufwärtstrend angelangt sein. Dass dies noch kein Vorläufer einer Wende nach unten darstellt, ergibt sich aus der Zählung. Der letzte Tiefpunkt ist noch nicht weit genug entfernt. Erst etwa 15 Tage nach dem letzten Tiefpunkt tritt in der Regel ein erneuter Tiefpunkt ein. Nach zwei oder drei schwächeren Tagen oder Tagen der Seitwärtsbewegung sind in der nächsten Woche noch einige freundliche Tage möglich. Der große Kursgewinn ist allerdings bereits gemacht: Dienstag, Mittwoch und Donnerstag.


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