14/05/2020

Kolumne: Fällt nach dem Ölpreis nun auch der Goldpreis auf null? (Teil 3)

Drei Punkte haben mich trotz dieses Gegenwindes dazu veranlasst in dieser Woche Gold für unser Musterdepot zu kaufen. Im nächsten Jahr wird die Verschuldung Italiens aufgrund der Ausgaben für die Krankheitsfälle auf 160 bis 180 Prozent des Bruttoinlandsproduktes ansteigen. Ob Italien die Kraft findet die eigenen Bürger mit einer Vermögensabgabe daran zu beteiligen, scheint mir nicht sicher. Der Weg raus aus dem Euro wird vermutlich als einfachere Lösung propagiert werden. Diese Unsicherheit könnte viele Anleger zu Goldkäufen verleiten.


Ferner wird auch in anderen Ländern über kurz oder lang über eine Finanzierung der Coronahilfen gesprochen werden müssen. Mit einer Erhöhung der Einkommensteuer wird man aus Politikersicht die falschen treffen - die haben hart arbeitenden Leistungsträger. Angesprochen werden sollen aber vermutlich die Kapitalbesitzer. Die werden aber über eine Einkommensteuer nicht gebührend zur Ader gelassen, da die Zinserträge und Dividendenerträge extrem mager ausfallen. Um eine irgendwie geartete Vermögensabgabe wird man in vielen Ländern nicht herumkommen. Da wird sich mancher Anleger genötigt sehen, dieser Aufforderung gesetzeswidrig nicht nachzukommen.


Gold als sicherer Hafen

Per Kopfdruck lässt sich im Finanzministerium feststellen, wer wieviel Geld auf dem Konto hat, auf den Cent genau. Wer wieviel Gold in welchem Tresor, welchem Schließfach oder in welchem Bettkasten verwahrt, lässt sich dagegen nicht in Erfahrung bringen. Dies könnte einige Anleger zum Kauf von Gold verleiten.


Der dritte und schließlich wichtigste Punkt ist die klagefreundliche Gesetzgebung in den USA. Wir werden schon bald eine Klagewelle gegen China bekommen. Die Krankheitswelle, die aus China kam, hat schließlich in den USA bei viele Menschen zu großen wirtschaftlichen Schäden geführt. Bei der Erfahrung mit amerikanischen Gerichten, kann man davon ausgehen, dass in nicht wenigen Fällen zu Gunsten der Kläger geurteilt wird. Ein solches Urteil in China durchzusetzen wird schwierig. Der einzige Zugriff wird das Einfrieren der in chinesischem Besitz befindlichen US-Staatsanleihen sein. Diese Möglichkeit werden die Chinesen wohl irgendwann auf sich zukommen sehen und sich von US-Staatsanleihen und den damit verbundenen Dollar trennen wollen.

Ein so unter Druck geratender Dollar könnte den Goldpreis beflügeln. Währungsgesichertes Gold wäre in dem Fall zu bevorzugen Lösung. Langfristig scheint mir ein bisschen Gold im Depot also durchaus sinnvoll. Allerdings nicht zu viel, nachher fällt der Goldpreis doch noch auf null.

Aktuell

06/08/2020

Kolumne: Die Gold-DAX-Strategie

Im Sommer 2017 habe ich im Börsenbrief eine Strategie vorgestellt, die hier noch einmal kurz erläutern möchte, die Gold-DAX-Strategie: Sie wechselt im achtjährigen Rhythmus von Aktien in Gold und wieder zurück in Aktien. Zu Beginn des Jahres 1994 war...weiterlesen

23/07/2020

Kolumne: Trübe langfristige Aussichten

Mit so einer rasanten Erholungsrallye an den Märkten hat wohl niemand gerechnet. Aber wie geht es an den Aktienmärkten langfristig weiter? Aus der aktuellen Aktienquote der Amerikaner lässt sich der Stand des S&P 500 in zehn Jahren vorhersagen.weiterlesen

27/05/2020

Kolumne: Eine gelungene Kombination

Gegen Ende des Jahres 2016 brachte Morgan Stanley ein Zertifikat auf den Markt, das sowohl die Signale des Börsenindikators beachtet, als auch die Aktienanlage in den Grünphasen des Indikators nach dem Prinzip der Relativen Stärke auswählt. So erhoff...weiterlesen