11/12/2020

Gold-Baisse voraus!

Eine Wirtschaftserholung steht vor der Tür. Nicht nur die Coronaimpfung, die uns bald wieder ein normales Leben ermöglichen wird, sondern auch der vierjährige Kitchin-Zyklus der Wirtschaft sprechen dafür - benannt nach Joseph Kitchin (1861 – 1932).


Man kann den Stand im Wirtschaftszyklus an einer Grafik ablesen, die die Wirtschaftstätigkeit in den USA - hier als Maßzahl der Einkaufsmanagerindex ISM im verarbeitenden Gewerbe – und den langfristigen Zins in den USA – hier die Rendite einer zehnjährigen US-Staatsanleihe – übereinanderlegt.


ISM gegen Zehnjahresrendite
ISM gegen Zehnjahresrendite

Diese Kurven schwingen im gleichen Takt, da sie sich gegenseitig bedingen. Ein hoher Zins bremst die Wirtschaft. Eine nachlassende Wirtschaftstätigkeit lässt den dann Zins sinken, bis er so tief ist, dass er wieder stimulierend wirkt, was einen Wirtschaftsaufschwung mit steigenden Zinsen zur Folge hat.


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Dann, nach typischerweise vier Jahren, beginnt alles wieder von vorn. Beim Konjunkturaufschwung sind die konjunktursensiblen Werte wie BASF, Siemens, Daimler und so weiter zu bevorzugen, während bei sich bei einem wirtschaftlichen Abschwung die konservativen, konjunkturunsensiblen Werte zum Beispiel aus der Konsumgüterindustrie vorteilhaft entwickeln. Gold gehört übrigens zu der Gruppe der konjunkturunsensiblen Investments.


Gold im Konjunkturabschwung

Deshalb entwickelt sich der Goldpreis besonders günstig in den Phasen des Konjunkturabschwungs eines Kitchin-Zyklus. Vom Beginn des freien Goldhandels in den USA Anfang 1976 bis heute gewann der Goldpreis per Saldo nur in den letzten beiden Jahren eines vierjährigen Zyklus.


Hätte man also von Anfang 1978 bis Anfang 1980, von Anfang 1982 bis Anfang 1984 und so weiter in Gold investiert, hätte sich der Depotwert bis Anfang 2020 verelffacht. In den dazwischenliegenden beiden Jahren, also von Anfang des Jahres 1976 bis Anfang des Jahres 1978 und so weiter, läge man dagegen 24 Prozent im Minus.


Positive Stimmung für Aktien

In den ungünstigen Jahren für Gold, gewöhnlich den Wirtschaftsaufschwungs-Jahren, konnten dagegen die Aktien glänzen. Hätte man von Anfang 1976 bis Anfang 2020 in den ungünstigen Gold-Jahren deutsche Aktien besessen, in den anderen Gold, hätte sich der Depotwert bis heute verzweiundsechzigfacht.


Gold und DAX im zweijährigen Wechsel
Gold und DAX im zweijährigen Wechsel

Die Aktien selbst konnten sich in der Zeit nur verzweiundzwanzigfachen. Der richtige Wechsel im richtigen Takt im zweijährigen Rhythmus von Gold auf Aktien und wieder zurück von Aktien auf Gold hätte das Anlageergebnis also dramatisch gesteigert.


So könnte es weitergehen

Da wir uns nun offensichtlich vor einem Konjunkturaufschwung befinden, könnte der Goldpreis zunächst den Rückwärtsgang einlegen. Die große Gold-Hausse startet nach diesem Konjunkturrhythmus erst im Verlauf des Jahres 2022. Die Gold-Bullen müssen sich also noch ein wenig gedulden oder sich die Zwischenzeit mit deutschen Aktien vertreiben.


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