13/05/2019

Geht die Japanifizierung Europas weiter?

Die Japaner liefen uns immer elf Jahre voraus. Ihre große Spekulationsblase, bei der die Aktienkurse in den Himmel eilten, erreichte ihren Höhepunkt im Jahre 1989. Damals wurden japanische Aktien im Mittel mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von sage und schreibe 100 bewertet. Es kam wie es kommen musste, irgendwann kehrte Vernunft ein. Die Aktienkurse viertelten sich in den nächsten Jahren. Das gleiche Spielchen erlebten wir im Jahr 2000.

Auch die deutschen Aktien erreichten ein absurdes Bewertungsverhältnis. Und auch sie fielen in den dann folgenden drei Jahren auf ein Viertel ihres Höchstwertes zurück. Auch bei der Zinsentwicklung haben die Japaner elf Jahre Vorsprung. Stand der Leitzins der japanischen Notenbank auf dem Höhepunkt der Aktien-Spekulation noch bei sechs Prozent, fiel er während der Nachwirkungen des Platzens der Spekulationsblase bis zum Jahre 1990 auf null Prozent.

Erinnern Sie sich noch, wie wir uns amüsiert haben? Japan, ein Zins von null Prozent, hahaha. Das geht doch gar nicht. Irgendwie ticken die Japaner nicht richtig. Mittlerweile ist es auch bei uns Normalität geworden. Seltsamerweise ergeben sich auch Ähnlichkeiten in den Kursverläufen der Aktienindizes. Wenn man den Nikkei um elf Jahre zeitversetzt über den DAX legt, erkennt man eine große Ähnlichkeit – weniger bei den Kurshöhen als bei den Zeitpunkten zu denen Einbrüche geschehen. Sehen Sie sich die Grafik im neuen Gebert-Brief an. Sollte der Zusammenhang weiter gelten, stünden wir bald vor einem Einbruch der Aktienkurse.


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